CLARITA UND DER KAKAO

EINE SCHRECKLICH NETTE MEXIKANISCHE SCHOKOLADEN-GESCHICHTE

Text von Ute Korinth

„Wenn ich zu Pott au Chocolat komme, riecht es nach zu Hause. Hier zu arbeiten, ist wie ein Geschenk“, sagt Clarita Rojas bewegt. Fast drei Jahre ist es nun her, seit sie beim Spaziergang mit ihrem Mann den Zettel mit dem Jobangebot im Fenster des Geschäfts in der Kaiserstraße entdeckte. Ein echter Glücksfall – für beide Seiten.
Warum das so ist, ist eine etwas längere Geschichte. Eigentlich wurde Clarita die Beziehung zur Schokolade fast schon in die Wiege gelegt. Sie stammt aus der mexikanischen Stadt Oaxaca. Dort wuchs sie gemeinsam mit ihrem Bruder und ihren Eltern im Haus ihrer Oma Clara auf. Ihre Eltern waren Lehrer und selten zu Hause, weil schon der Weg zu Arbeit täglich eine halbe Weltreise bedeutete. So kam es, dass Oma Clara zum Elternersatz wurde und sich um die Kinder kümmerte.

„Wenn ich zu Pott au Chocolat komme, riecht es nach zu Hause. Hier zu arbeiten, ist wie ein Geschenk“, sagt Clarita Rojas bewegt. Fast drei Jahre ist es nun her, seit sie beim Spaziergang mit ihrem Mann den Zettel mit dem Jobangebot im Fenster des Geschäfts in der Kaiserstraße entdeckte. Ein echter Glücksfall – für beide Seiten.
Warum das so ist, ist eine etwas längere Geschichte. Eigentlich wurde Clarita die Beziehung zur Schokolade fast schon in die Wiege gelegt. Sie stammt aus der mexikanischen Stadt Oaxaca. Dort wuchs sie gemeinsam mit ihrem Bruder und ihren Eltern im Haus ihrer Oma Clara auf. Ihre Eltern waren Lehrer und selten zu Hause, weil schon der Weg zu Arbeit täglich eine halbe Weltreise bedeutete. So kam es, dass Oma Clara zum Elternersatz wurde und sich um die Kinder kümmerte.

Trinkschokolade von „Oma Chinita“

Außer an den Wochenenden. Da gab es ein kleines Schokoladen-Ritual. Jeden Sonntag fuhr Clarita gemeinsam mit ihrem Vater nach Zaachila, in dem ihre andere Oma lebte. „Oma Chinita“, wie sie sie liebevoll nennt, war Indianerin und trug immer traditionelle indianische Kleidung. Jeden Sonntag also empfing sie ihren Sohn und ihre Enkelin, um gemeinsam mit ihnen auf dem lokalen Markt einzukaufen und ihnen anschließend eine wunderbare Trinkschokolade zu zaubern. Doch weit gefehlt, wer nun denkt: Pulver in die Tasse, Wasser drauf und gut. Zunächst wurden die Kakaobohnen mit einem langen Stein so lange bearbeitet, bis daraus eine Schokoladenmasse entstand. Anschließend wurde diese in einem Tongefäß mit Milch oder Wasser erhitzt und so lange verquirlt, bis sie die richtige, trinkfähige Konsistenz hatte. Dazu gab es Brot, das hinein getunkt wurde. Wenn Clarita davon erzählt, hat sie vor Rührung Tränen in den Augen.

Trinkschokolade von „Oma Chinita“

Außer an den Wochenenden. Da gab es ein kleines Schokoladen-Ritual. Jeden Sonntag fuhr Clarita gemeinsam mit ihrem Vater nach Zaachila, in dem ihre andere Oma lebte. „Oma Chinita“, wie sie sie liebevoll nennt, war Indianerin und trug immer traditionelle indianische Kleidung. Jeden Sonntag also empfing sie ihren Sohn und ihre Enkelin, um gemeinsam mit ihnen auf dem lokalen Markt einzukaufen und ihnen anschließend eine wunderbare Trinkschokolade zu zaubern. Doch weit gefehlt, wer nun denkt: Pulver in die Tasse, Wasser drauf und gut. Zunächst wurden die Kakaobohnen mit einem langen Stein so lange bearbeitet, bis daraus eine Schokoladenmasse entstand. Anschließend wurde diese in einem Tongefäß mit Milch oder Wasser erhitzt und so lange verquirlt, bis sie die richtige, trinkfähige Konsistenz hatte. Dazu gab es Brot, das hinein getunkt wurde. Wenn Clarita davon erzählt, hat sie vor Rührung Tränen in den Augen.

Schokoladen-Aromen aus dem Steinofen

In der Woche jedoch war sie in Oaxaca. Ihre Eltern waren nicht nur Lehrer, sondern haben sich nebenbei auch noch zwei kleine Geschäfte aufgebaut, in denen sie Schokoladenmasse herstellten. Oma Clara war für den Verkauf zuständig. Sie erstanden zwei große Maschinen, Molinos genannt, mit denen sie die köstliche Süßigkeit produzierten. In einer wurden die Kakaobohnen mit Gewürzen verarbeitet, in der nächsten kam der Zucker hinzu. Die Kunden kauften diese Masse und verarbeiteten sie zu Hause zu Schokoladenbällchen oder pressten sie flach auf ein Brett und schnitten Riegel daraus. Das musste schnell gehen, denn die Masse erhärtet sehr schnell. „Mein Papa hat in einem Steinofen die Kakaobohnen selbst geröstet. Diese Aromen waren einfach toll“, schwärmt Clarita noch heute..

Schokoladen-Aromen aus dem Steinofen

In der Woche jedoch war sie in Oaxaca. Ihre Eltern waren nicht nur Lehrer, sondern haben sich nebenbei auch noch zwei kleine Geschäfte aufgebaut, in denen sie Schokoladenmasse herstellten. Oma Clara war für den Verkauf zuständig. Sie erstanden zwei große Maschinen, Molinos genannt, mit denen sie die köstliche Süßigkeit produzierten. In einer wurden die Kakaobohnen mit Gewürzen verarbeitet, in der nächsten kam der Zucker hinzu. Die Kunden kauften diese Masse und verarbeiteten sie zu Hause zu Schokoladenbällchen oder pressten sie flach auf ein Brett und schnitten Riegel daraus. Das musste schnell gehen, denn die Masse erhärtet sehr schnell. „Mein Papa hat in einem Steinofen die Kakaobohnen selbst geröstet. Diese Aromen waren einfach toll“, schwärmt Clarita noch heute..

Mittagsschlaf mit Schokoladen-Duft

An diese Zeit erinnert sich Clarita noch genau. „Wir haben als kleine Kinder unseren Mittagsschlaf auf einer Ablage unter der riesigen Theke auf dem Markt gehalten. Das war toll. Den Duft von Schokolade in der Nase zu haben und den Gesprächen der Menschen zu lauschen“, sagt sie. Mittlerweile ist aus den beiden kleinen Ladenlokalen eine Fabrik geworden. Ihr Bruder hat übernommen und verkauft sehr erfolgreich Schokolade und Mole – die feine Saucenpaste auf Schokoladenbasis. Auch in die USA und nach Spanien. Die Mole stellt er aus über 30 Chilisorten her.

Mittagsschlaf mit Schokoladen-Duft

An diese Zeit erinnert sich Clarita noch genau. „Wir haben als kleine Kinder unseren Mittagsschlaf auf einer Ablage unter der riesigen Theke auf dem Markt gehalten. Das war toll. Den Duft von Schokolade in der Nase zu haben und den Gesprächen der Menschen zu lauschen“, sagt sie. Mittlerweile ist aus den beiden kleinen Ladenlokalen eine Fabrik geworden. Ihr Bruder hat übernommen und verkauft sehr erfolgreich Schokolade und Mole – die feine Saucenpaste auf Schokoladenbasis. Auch in die USA und nach Spanien. Die Mole stellt er aus über 30 Chilisorten her.

Die Liebe führte sie nach Dortmund

Seit 2001 ist Clarita in Dortmund. Warum, wird gleich verraten. Was sie ein wenig vermisst, ist das traditionelle mexikanische Totenfest im November. Das ist keine Trauerfeier, wie wir sie kennen, sondern ein mehrtägiges Volksfest mit viel Musik, Essen und natürlich Schokolade. Jedes Haus erstellt einen kleinen Altar zu Ehren der Toten mit Blumen, Getränken und Speisen. Drumherum versammeln sich Menschen und genießen vor allem Trinkschokolade und selbst gebackenes Brot. „Vor unserem Haus war immer eine riesige Schlange, weil allen unsere Schokolade so gut geschmeckt hat“, sagt Clarita. Übrigens gibt es bei allen Feiern in Mexiko – egal ob Taufe, Hochzeit oder Beerdigung – immer Schokolade und Brot.

Die Liebe führte sie nach Dortmund

Seit 2001 ist Clarita in Dortmund. Warum, wird gleich verraten. Was sie ein wenig vermisst, ist das traditionelle mexikanische Totenfest im November. Das ist keine Trauerfeier, wie wir sie kennen, sondern ein mehrtägiges Volksfest mit viel Musik, Essen und natürlich Schokolade. Jedes Haus erstellt einen kleinen Altar zu Ehren der Toten mit Blumen, Getränken und Speisen. Drumherum versammeln sich Menschen und genießen vor allem Trinkschokolade und selbst gebackenes Brot. „Vor unserem Haus war immer eine riesige Schlange, weil allen unsere Schokolade so gut geschmeckt hat“, sagt Clarita. Übrigens gibt es bei allen Feiern in Mexiko – egal ob Taufe, Hochzeit oder Beerdigung – immer Schokolade und Brot.

Eine Hochzeit mit Schokolade

Clarita selbst ist nicht ins Schokoladenbusiness ihrer Eltern eingestiegen. Sie liebte schon immer das Tanzen und das Reisen und hat sich entschlossen, Tourismus zu studieren. Dank eines Stipendiums durfte sie nach Veracruz. Währenddessen sparte ihr Vater Geld, damit seine Tochter nach ihrem Abschluss für ein Jahr nach England gehen konnte, um Englisch zu lernen.
Zurück in Oaxaca, saß sie dann eines Tages in einem Café mit einer Freundin, als sie ihren heutigen Mann Kai kennenlernte. Einen Dortmunder, der für ein dreimonatiges Projekt in Mexiko war. Die beiden verliebten sich prompt, verbrachten gemeinsam drei Monate in Oaxaca, reisten drei Wochen durch das Land und merkten schnell, dass sie zusammengehören. Clarita ging mit nach Dortmund und schon bald entschlossen sich die beiden zu heiraten. Traditionell mexikanisch versteht sich – in Zaachila und mit der ganzen Familie… und natürich ganz viel Kakao.

Eine Hochzeit mit Schokolade

Clarita selbst ist nicht ins Schokoladenbusiness ihrer Eltern eingestiegen. Sie liebte schon immer das Tanzen und das Reisen und hat sich entschlossen, Tourismus zu studieren. Dank eines Stipendiums durfte sie nach Veracruz. Währenddessen sparte ihr Vater Geld, damit seine Tochter nach ihrem Abschluss für ein Jahr nach England gehen konnte, um Englisch zu lernen.
Zurück in Oaxaca, saß sie dann eines Tages in einem Café mit einer Freundin, als sie ihren heutigen Mann Kai kennenlernte. Einen Dortmunder, der für ein dreimonatiges Projekt in Mexiko war. Die beiden verliebten sich prompt, verbrachten gemeinsam drei Monate in Oaxaca, reisten drei Wochen durch das Land und merkten schnell, dass sie zusammengehören. Clarita ging mit nach Dortmund und schon bald entschlossen sich die beiden zu heiraten. Traditionell mexikanisch versteht sich – in Zaachila und mit der ganzen Familie… und natürich ganz viel Kakao.

Arbeit muss glücklich machen!

So kam es schließlich einige Zeit später durch den kleinen Zettel im Ladenfenster dazu, dass Clarita vor drei Jahren bei Pott au Chocolat anfing und sich auch heute noch jeden Tag auf ihre Arbeit freut. „Ich liebe meinen Job. Ich finde, du musst lieben, was du tust. Ich könnte nirgendwo arbeiten, wo ich nicht glücklich bin“, sagt sie. Vor allem der Kontakt mit den Menschen, mit denen sie viel über Kakao und Schokolade redet, ist ihr wichtig. „Es ist wunderbar, jemanden zum Lächeln zu bringen“, verrät sie und erzählt, dass ihre Lieblingsschokolade von Pott au Chocolat die 72-prozentige aus Venezuela ist und verschwindet
wieder hinter der Theke, um die nächste Kundin zu begeistern.
Und weil Clarita das Tanzen immer noch genauso liebt wie früher, unterrichtet sie heute Zumba in verschiedenen Studios in Dortmund.

Arbeit muss glücklich machen!

So kam es schließlich einige Zeit später durch den kleinen Zettel im Ladenfenster dazu, dass Clarita vor drei Jahren bei Pott au Chocolat anfing und sich auch heute noch jeden Tag auf ihre Arbeit freut. „Ich liebe meinen Job. Ich finde, du musst lieben, was du tust. Ich könnte nirgendwo arbeiten, wo ich nicht glücklich bin“, sagt sie. Vor allem der Kontakt mit den Menschen, mit denen sie viel über Kakao und Schokolade redet, ist ihr wichtig. „Es ist wunderbar, jemanden zum Lächeln zu bringen“, verrät sie und erzählt, dass ihre Lieblingsschokolade von Pott au Chocolat die 72-prozentige aus Venezuela ist und verschwindet
wieder hinter der Theke, um die nächste Kundin zu begeistern.
Und weil Clarita das Tanzen immer noch genauso liebt wie früher, unterrichtet sie heute Zumba in verschiedenen Studios in Dortmund.